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- nur ein frommer Wunsch?

Petition: Nein! zur russischen Aggression am Kaukasus

Verfasst von rueckgrat am 11. August 2008

Hallo liebe Leser, gerade eben hat eine Unterschriftenaktion begonnen.

unter folgendem Link kann der Petitionstext gelesen und die Petition unterschrieben werden:

http://www.petitionspot.com/petitions/peaceforgeorgia

Bitte leitet den Link an möglichst viele Menschen weiter, damit wir gehört werden.

Ich möchte nicht zuschauen, wie Russland Georgien vollständig mit Gewalt und Leid überzieht nur um dort eine Regierung zu etablieren, welche dem Kreml hörig ist. Und dabei geht es nicht darum, ob man für die USA oder für Russland ist. Das steht auf einem ganz anderen Blatt Papier. Hier geht es um unsere Pflicht als Menschen. Wenn solch Unrecht toleriert wird, weil andere genauso schlimm sind oder schlimmer, dann können wir die Menschenrechte gleich abschaffen.

Einen schönen Abend Euch allen!

Josuah


11 Antworten zu “Petition: Nein! zur russischen Aggression am Kaukasus”

  1. Toby sagte

    Hi Josi,
    ehrlich gesagt blicke ich in dem Konflikt nicht ganz durch. Aber vielleicht kannst du ja ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Erstmal das was ich soweit mitbekommen habe: Also Südossetien möchte unabhängig werden, Georgien will das nicht tolerieren. In Südossetien leben viele mit russischem Pass, weswegen sich Russland verpflichtet fühlt diesen „Landsleuten“ beizustehen.
    Meine Fragen: Wer hat zuerst mit den Agressionen begonnen? Wer hat die über 1000 Toten am ersten Tag des Konflikts verursacht (Das waren südossetische Opfer, oder?)? Gibt es eine Möglichkeit, dass Georgien eine Unabhängigkeit Südossetiens toleriert? Sollte deiner Meinung nach Georgien eine Unabhängigkeit Südossetiens mit Waffengewalt verhindern? Ich würde mich ja gerne uneingeschränkt auf Georgiens Seite stellen, verstehe aber deren Situation nicht vollständig. Waren die Georgier wirklich so friedlich? Es ist ja auch nicht so, dass Russland über Nacht grundlos interveniert. Also vielleicht kannst du mir da ein bisschen weiterhelfen. Danke schon mal.

  2. Reich die Petition doch nochmal offiziell beim Bundestag ein:

    http://www.bundestag.de/ausschuesse/a02/petition/index.asp

    Das wird vll. eher gehört.

  3. rueckgrat sagte

    Du hast prinzipiell recht, allerdings ist das offizielle Prozedere langwierig und für „Notfälle“ nicht geeignet. Hier geht es ja nicht konkret darum eine bestimmte Handlung zu induzieren, sondern kollektiv seine Meinung zu äussern.
    Wenn ich vor einem halben Jahr gewusst hätte, dass es im August in Georgien tatsächlich kracht, hätte man den Weg natürlich gehen können. Habe aber gedacht dass die Entwicklung anders kommt und Georgien sich längerfristig positiv entwickelt und von der Überlappung der Interessen Russlands und den USA profitiert.

  4. Mike sagte

    Also… erstmal Tzhinvali mit Bomben und Artillerie bombardieren, hunderte von Menschen töten und dann um die Hilfe schreien??????

    Ich finde sowas voll lächerlich..

    Warum dürfen die USA andere Länder angreifen wo übrigens kein einziger ami wohnt, und ihr alle sitzt im schweigen, und wenn die Russen seine Mitbürger (Ihr wisst bestimmt nicht, dass 90% Bevölkerung in Süd-Ossetia russische Staatsbürgerschaft haben, das sagen Bild&Co ja nicht) schützen wollen, dann schreit ihr lautstark???

    http://static.oper.ru/data/gallery/l1048752874.jpg

  5. rueckgrat sagte

    Hallo Mike,

    zunächst einmal schreien wir auch wenn die amis irgendwo grundlos länder destabilisieren und regierungen austauschen und tausende von menschen umbringen um ihre imperialistischen grossmacht- und ihr wirtschaftsinteressen durchzusetzen.

    ich weiss leider nicht wie alt du bist, wie weit deine politische bildung in die vergangenheit reicht und wie objektiv die dinge in russland dargestellt wurden in den letzten 18 jahren. ich sehe jedenfalls schwarz, da du offensichtlich die bildzeitung liest.
    der konflikt in georgien hat seine wurzeln in der vergangenheit.

    unsere medien haben immer klar kommuniziert, dass die meisten menschen russische pässe haben in ossetien. es wurde aber auch hier und dort klar gestellt, warum das so ist: weil russland den menschen dort prämien bezahlt, wenn sie die russische staatsbürgerschaft annehmen. osseten und abchasen bekommen ihre russischen pässe übrigens schneller als echte russen anderswo. die georgier, welche dort früher immmer die mehrheit waren, wurden sukzessive vertrieben.

    georgien hat noch nie in der geschichte ein anderen staat angegriffen. es musste sich aber immer verteidigen gegen aggressionen von aussen. georgien war immer multi-ethnisch und es hat aber nie progrome und verfolgungen gegeben. georgien war die erste soziale demokratie der welt.

    wie blöd seid ihr russen eigentlich? es geht hier nicht darum, ob die usa sowas dürfen bzw. ob es gerecht ist, wenn russland auch mal wieder ein kleines land fertig macht. wir sind doch nicht im kindergarten. ihr seid beleidigt, dass es georgien von den staaten, die sich unabhängig von eurer hegemonie gemacht haben, noch mit am besten geht. und natürlich weil die usa mit georgien flirtet. und wegen der pipeline.
    was soll georgien denn tun? je mehr druck russland ausübt, desto mehr treibt russland georgien in die hände der usa. es gibt nunmal nur 2 relevante grossmachten.
    ich fände es auf jeden fall auch besser, wenn die usa sich dort nicht so aufdrängen würden. ich kann verstehen, dass euch das stinkt.
    aber ist das ein grund, so mit georgien umzugehen?
    ich kenne georgier, war auch schon da. und ich kenne russen. und ich weiss was für menschen im nordkaukasus leben. bitte erzähl mir nicht, dass die georgier ein brutales volk sind und alles nördlich inkl. russland nur brave lämmer. das wäre ein ziemlich mieser witz.
    russland und die usa sind wenn man alles zusammenzählt immer noch mit abstand die grössten schlächter des planeten. und es geht noch weiter.

    dabei kriegt ihr russen nichteinmal euer eigenes land in ordnung. nur korruption und mafia. regelt das erstmal, dann könnt ihr anderen sagen, was sie tun sollen.
    der zar ist schon lange tot. die zeiten sind vorbei.

    ich habe noch kein einziges stichhaltiges argument gehört, was belegen würde, dass die georgier alleine schuld wären an den konflikt. wenn russland nicht die „friedenstruppen“ dort stellen und die separatistischen regierungen bezahlen würde, hätte es nie diesen krieg begeben und die letzten beiden kriege dort auch nicht.

    wach auf.

  6. -Cicero- sagte

    Halten wir uns doch einmal an die Fakten der jüngsten Vergangehnheit:

    Die georgische Großoffensive mit Panzern, Kampfjets und Raketen auf Südossetien am 8. August war der Auslöser dieses Krieges.
    (Auch wenn die Ursachen bereits längere Zeit zurückliegen)

    Russland hat nach dem Vorbild des eingreifens der NATO im Fall Kosovo zum Schutz der Südosseten (die zu 90 Prozent ebenfalls einen russischen Pass besitzen und damit aus Sicht der russischen Regierung dem russischen Volk angehören) interveniert.

    Die Tatsache das diese Staatsbürger „gekauft“ wurden spielt keine Rolle, da sich diese Intervention alleine durch den Schutz der Südosseten vor der Verfolgung durch die georgische Regierung nach dem Vorbild Kosovo begründen lässt.

    Hätte der „Westen“ mit der Anerkennung des Kosovo als Souveränen Staat keinen Präzedenzfall geschaffen wäre Moskau ein Eingreifen nicht so leicht möglich gewesen.

    Natürlich nutzt Russland nun die Gelegenheit um dem Westen und den USA zu demonstrieren das Sie im Kaukasus nach wie vor den Ton angeben.
    Die Tatsache das Georgien für die Westlichen Länder ein wichtiges „Energietransitland“ darstellt hat sicherlich auch zu dem harten durchgreifen Moskaus beigetragen.

    Doch dies hätte dem Georgischen Präsidenten klar sein müssen bevor er sich mit der „Militärmaschinerie“ Russland anlegt. Ebenso konnte er nicht davon ausgehen das er Unterstützung durch die USA oder westliche Staaten bekommen würde.

    Dieser Konflikt mit Russland ist also zu einem großen teil die Schuld des georgischen Präsidenten.

    Das Russland über das Ziel hinausschießt darf natürlich auch nicht außer acht gelassen werden.

    Eine Wiedererrichtung der UDSSR halte ich dagen für undenkbar.

    Was ich noch anmerken möchte:

    Georgien darf kein Mitglied der NATO werden.

    Es gibt nachweislich feste Zusagen, dass die NATO nicht nach Osten ausgedehnt wird, wenn Moskau der NATO-Zugehörigkeit des vereinten Deutschland zustimmt.

    An diese Zusage sind die NATO Staaten gebunden.

  7. rueckgrat sagte

    hi cicero,

    die fakten der jüngsten vergangenheit sind:
    es gibt einen friedensvertrag und die russen ziehen plündernd durchs land und zerstörren noch schnell soviel wie möglich. das habe ich schon vor 2 tagen von bekannten aus georgien gehört, da hatte es aber noch gerücht-character. inzwischen habe ich erfahren, dass es fakten sind und die medien hier berichten darüber. der auslöser der offensive der georgier waren schiessereien der separatisten. das wird unter den teppich gekehrt. dass georgien den krieg erklärt hat und die grenze überschritten hat, und deshalb angefangen hat, ist paragraphenreiterei.

    die russen haben nicht interveniert um die südosseten zu beschützen. wenn sie bzw. tschinvali hätten beschützen wollen, dann wäre es klüger gewesen, sich vor der stadt zu postieren. die russen haben sich aber IN der stadt aufgebaut und von dort auf die georgier geschossen. die zerstörung der stadt durch die gefechte zwischen russen und georgiern war knallhart einkalkuliert.
    präzedenzfall hin oder her, das interessiert niemanden. es wird immer gerne argumentiert, dass die eine grossmacht irgendwas verbrochen hat und die andere das dann auch mal darf.

    was soll denn das? war wenigstens schon halbzeit? wie stehts denn? was ist mit den völkern auf deren rücken das immer ausgetragen wird? georgier, osseten, abchasen?

    die osseten wurden während der sowjetzeit in georgien angesiedelt und waren dort sozusagen gäste. nach dem zusammenbruch der udssr hat moskau die destabilisierung georgiens begonnen. es wäre genau das gleiche, wenn die türken in kreuzberg autonomie fordern würden. ich mag türken, aber das ginge mir dann doch zu weit :-)

    du hast vollkommen recht wenn du sagst das saakashvili nicht auf westliche unterstützung hoffen konnte. und ich bin mir sicher er hat das gewusst. wenn man in den usa studiert und in einer anwaltskanzlei arbeitet bekommt man schnell mit, dass die amerikaner gerne viel erzählen und nichts dahinter steckt. er kommt ja nicht aus einer höhle im kaukasus.

    thema NATO: auch ich bin strikt dagegen, dass georgien in die NATO kommt. in die EU auch nicht. die sollen lieber mit ihren nachbarn am kaukasus und in der kasoischen senke ein starkes bündnis aufbauen. das macht viel mehr sinn.
    georgien sollte sich neutral aufstellen und sich das von usa und russland fürstlich entlohnen lassen.

    russland sollte sowieso erstmal reparationsleistungen abführen an georgien. was die dort treiben erinnert an die (ost-)deutsche geschichte nach dem WKII: die demontage durch russland.

    einen schönen abend noch

  8. -Cicero- sagte

    Hallo zusammen,

    ich möchte noch ein paar Anmerkungen zu meinem letzten Beitrag machen.

    Es war keineswegs meine Absicht Russland zu verteidigen, ich wollte nur klarmachen das es für den Westen (durch das handeln im Kosovo Konflikt) sehr sehr schwierig ist gegen Russland vorzugehen da der Fall ähnlich gestrickt ist bzw. von den Russen so argumentiert wird wie damals vom Westen.

    Ich denke das die Haltung des Westens im Fall Kosovo ein schwerer Fehler war der noch starke Auswirkungen auf die nächste Zukunft haben wird!!!

    Bereits jetzt leidet die Glaubwürdigkeit vieler Staaten, die im Fall Georgien eine andere Meinung Vertreten wie im Fall Kosovo.

    Natürlich finde ich das Verhalten der Russen absolut inakzeptabel. Doch aus den oben genannten gründen und der Energiepolitischen Situation hat Russland wohl mit keinerlei bzw. nicht nennenswerten Konsequenzen zu rechnen.

    Ich gehe schwer davon aus das Georgien Südossetien und Abchassien verloren hat. Ansonsten würde mit zweierlei Maßstäben gemessen und im Balkan wäre wieder die Hölle los.

    Du siehst also das Dilemma in dem sich Europa derzeit befindet.

    Das Vernünftigste wäre die Entscheidung den Kosovo als souveränen Staat anzusehen noch einmal zu überdenken. Damit könnte man auch den Russen in Georgien einen Strich durch die Rechnung machen und ihr Hauptziel haben die Russen onehin bereits erreicht.

    Das Thema NATO ist für Georgien gegessen und Russland konnte seine Vormachtstelleung demonstrieren und dem Westen unmissverständlich vor Augen führen das er Energiepolitisch nach wie vor von Russland abhängig ist!!!

    Ich denke wir beide haben eine ähnliche Auffassung von der Situation im Kaukasus ich versuche das ganze nur vollkommen neutral und realistisch zu beurteilen.

    Mein Großvater war eine kalmükischer Kosake dessen Eltern von Stalin ermordet und dessen gesamtes Volk unter Stalin nach Sibirien deportiert wurde!!!

    Die Russen haben bereits viele Gräueltaten im Kaukasus begangen, doch sind und bleiben diese auch weiterhin (leider) ungesühnt!!!

  9. Ordo sagte

    Hallo Zusammeen,

    also manche Beiträge hier machen mich leicht stutzig. Als Jurist habe ich einmal beigebracht bekommen, dass die FDGO darunter auch die Pressefreiheit eines der Höchsten Güter eine Demokratie sind. Die Bilder der letzten Tage in den Deuschen oder Westlichen Medien, freilich auch in den Russischen Medien lassen mich allerdings stark an einer solchen „Demokratie“ im Westen zweifeln. Dass es eine solche in Russland gibt habe ich nie geglabt.

    Aber zurück zu den Fakten:

    Ich muss in vielerlei Hinsicht Cicero zustimmen.

    1. Fakt ist, dass Georgien, angeblich um Ruhe und Ordnung im Lande herzustellen mit Panzern und Artillerie in Zhinvale einmarschiert und innerhalb einer Nacht die Stadt in Schutt und Asche legt.

    3000 Tote sind die Folge!

    2. Fakt ist, dass Goergien in jedem besetzten Dorf alle Männer über 15!!! abführt und erschiesst! Ohne wenn und aber!

    3. Fakt ist, dass beim Einmarsch der Gerogier auch 4 russische Blauhelme sterben.

    4. Wozu das ganze?
    Georgien will unbedingt ein Mitglied der NATO – nach Möglichkeit auch mal der EU werden. Aufnahmebedingung für die NATO ist aber die territorielle Einheit des LAndes in seinen international anerkannten Grenzen – daher bleibt Georgien keine andere Wahl als zu interagieren.

    5. Wer braucht das?
    Sicherlich die USA und der Westen – ein KOnflikt an den Russischen Grenzen ist vom Vorteil. Zudem – sollte Russland nicht eingegriffen haben wäre die Pipeline für immer sicher.

    Apropos Pipeline.
    ICh bin fest davon Überzeugt, dass Russland nicht der armen zivilisten wegen oder wegen des, in meinen Augen stattgefunden Völkermordes eingegriffen hat. Es geht allein – wie fast in jedem Krieg um Geld. Geld ist für Russland Erdöl und Erdgas. Eine Umgehung Russlands durch eine alternative Pipeline ist katastrophal und gilt zu jedem Preis zu verhindern.
    Auf der anderen Seite – ist es nicht erstaunlich, dass gerade solche Staaten möglicherweise in die EU oder NATO aufgenommen werden, die für die alternative Pipeline am besten in Frage kommen?

    Alles in allem – weder hierzulande noch in Russland wird die Situation auch nur ansatzweise fair und unabhängig dargestellt. Überall wird überslte Propaganda betrieben.
    Aber Georgien hat nunmal den Krieg begonnen und sehr viele Zivilisten getötet, daher sehe ich Russland in Recht, was sowohl den Krieg wie auch die Nachwirkungen betrifft.

    Schönen Tag noch :)

  10. rueckgrat sagte

    Hallo Ordo,
    …und ich habe nie gehauptet:
    a) dass es im Westen Pressefreiheit in uneingeschränkter Form gibt,
    b) dass unsere Medien alles was geschrieben wird auch vorbehaltlos recherchieren und objektive Berichterstattung liefern,
    c) dass durch die stattfindende Berichterstattung keine manipulative Meinungsbildung erfolgt (dabei spielt es keine Rolle, ob dies beabsichtigt ist oder durch „Unvorsichtigkeit“, also quasi als Kollateralschaden, geschieht)

    Es geht hier aber nicht darum, ob Russland oder der Westen im „Recht“ ist bzw. wer demokratischer ist. Beide haben dermassen viel Dreck am Stecken und sind jeweils soweit von einer wirklichen gelebten Demokratie entfernt, dass keiner auf den Anderen sich anmaßen kann mit dem Finger zu zeigen.

    Wenn wir schon bei den Fakten sind:
    Fakt ist vor allem, dass Georgien seit Ende UDSSR attraktiv für die USA ist und Russland daran Arbeitet, das Land zu destabilisieren. Dabei geht es nicht nur um Öl, sondern auch um andere Dinge. In jedem Land des ehemaligen Ostblocks überlappen sich die Interessen der beiden und alle „bunten Revolutionen“ sind vom Westen bezahlt worden. Russland fühlt sich in seinem Stolz verletzt und mag es einfach nicht, wenn die USA in Ländern wildern, die noch vor Kurzem Russische Kolonien waren. Kann ich nachvollziehen. Geht aber alles zu Lasten der kleinen Länder.

    Fakt ist, dass deine Infos durch die Bank Horrorgeschichten aus russischen Medien sind und du sie nicht hinterfragt hast?

    Fakt ist, dass es die Pipeline nun schon länger gibt, und sie nicht erst gebaut werden muss.

    Fakt ist, dass Russland sofort das HAndwerk gelegt gehört, wenn sie wegen Rohstoffkontrolle Menschen umbringen und Nationen zerschlagen. Gilt auch für die USA.

    Fakt ist, dass die russischen „Blauhelme“ eher als Saboteure bezeichnet werden sollten. Die haben schon immer nur ein Ziel gehabt, und das war nicht Frieden.

    Fakt ist, dass Russland Georgien über lange Jahre provoziert hat und es klar war, dass irgendwann dem Saakashvili der Arsch platzt. Den Krieg haben Separatisten begonnen, Georgien war rechtlich berechtigt, in Ossetien anzugreifen.

    Fakt ist leider, dass Russland am längeren Hebel sitzt.

    Fakt ist, dass in der Nacht, wo du von 3000 Toten sprichst, in Zchinvale im Lazarett gerademal 12 Verwundete eingeliefert worden sind. Normalerweise ist die Zahl der Toten ein Drittel der Zahl der Verwundeten. Noch Fragen?

    4 tote „Friedenssoldaten“? Oh Gott! Schau mal nach Afghanistan, soviele sterben dort pro Monat mal so nebenher und keinen interessierts.

    Also sorry, wenn mein Tonfall etwas vermessen ist, aber ich beobachte das dort schon länger und habe meine Infos auch nicht nur aus den Medien, sondern auch direkt aus Georgien, von der Bevölkerung. Was dort gespielt wird, stinkt gewaltig zum Himmel, und wird auf dem Rücken eines kleinen wehrlosen Volkes ausgetragen. Weder Russland noch die USA haben dasu ein Recht. Ohne die Russischen Ambitionen dort hätten die Osseten niemals Unabhängigkeitsbestrebungen entwickelt. achja, weisst du übrigens wie viele osseten in georgien leben und georgische pässe haben und keine lust auf russischen annexion haben? über 100.000.

    Russland lügt von vorne bis hinten. die Tschetschenen wurden niedergeknüppelt, weil sie unabhängig sein wollten. lass mal die osseten auf die idee kommen, dass sie mit nordossetien zusammen auch komplett eigenständig sein wollen… oder irgendeinen anderen kaukasischen stamm oder sonstwo im russischen gebiet. da gibts gleich tote. nur wenns um die erweiterung des einflusses geht, dann ist es wichtig, auch noch so kleine ethnien aufzuwiegeln und so ihre existenz aufs spiel zu setzen.

    gute nacht.

  11. -Cicero- sagte

    Hallo zusammen,

    so jetzt ist so ziemlich genau das eingetreten was ich erwartet habe. Russland hat die abtrünnigen Regionen Süd-Ossetien und Abchasien als souveräne Staaten anerkannt.
    Der Westen (insbesondere die EU) verurteilt dieses natürlich aufs „schärfste“ doch ändern wird sich an dem von Russland neu errichteten Grenzverlauf mit Sicherheit nichts (vorerst zumindest).

    Die EU ist momentan zu sehr von Moskaus Entscheidungen abhängig als das man wirklich gegen Russland vorgehen könnte. So kann beispielsweise der Nachschub für die Soldaten in Afghanistan (unter anderem deutsche Soldaten) nur über Russland effektiv erfolgen. Auch ist der Westen (inklusive den USA) auf Russland angewiesen um weiterhin Druck auf den Iran auszuüben und die Abhängigkeit von Moskau als Energielieferant habe ich bereits in einem früheren Beitrag erläutert. Bei diesem Hintergrund ist das rasche Vorgehen der russischen Führung also nicht verwunderlich.

    Was sind nun die Möglichkeiten Georgiens?!? Solange Sie weiterhin ihr Recht auf territoriale Integrität beanspruchen (zu Recht wie ich denke) wird Russland verstärkte militärische Präsenz in diesen Gebieten zeigen. Bis die Lage „entschärft“ ist, sind Georgiens Chancen auf einen NATO Beitritt gleich null (was ganz in Moskaus und auch in meinem Sinne ist).

    Sollten Sie auf Süd-Ossetien und Abchasien verzichten, so ist dies eine ernstzunehmende Warnung an alle „Nachbarn“ Russlands die ebenfalls über einen NATO Beitritt nachdenken.
    Besonders die Ukraine dürfte dies zum nachdenken anregen da auch dort eine Vielzahl russisch Stämmiger Bürger vertreten ist.

    Ich denke dass das Urteil des Internationalen Gerichtshofs im Kosovo Fall noch von entscheidender Bedeutung sein kann.

    Wird der Kosovo als souveräner Staat durch das Urteil bestätigt (was ich nicht Hoffe), so sind auch Süd-Ossetien und Abchasien meiner Ansicht nach für Georgien als verloren anzusehen.
    Etwas Ähnliches könnte sich dann auch in der Ukraine abspielen falls diese weiterhin in die NATO „drängt“. Hierbei sehe ich allerdings nicht den Wunsch die Sowjet Union wieder aufleben zu lassen denn dazu hat Russland momentan viel zu viele innenpolitische Probleme. Es geht Moskau einzig und allein um Abschreckung.

    Fällt das Urteil allerdings anderweitig aus, wird Moskau ein wenig der Wind aus den Segeln genommen. Der Westen müsste Fehler in der Vergangenheit eingestehen könnte aber mehr Druck auf Russland ausüben. Moskau hingegen kann weiterhin die Konflikte im Kaukasus schüren um einen NATO Beitritt seiner Nachbarstaaten zu erschweren.

    Ich möchte nochmals darauf hinweisen das Russland sicherlich nicht aus humanitären Gründen interveniert hat. Vielmehr konnte man das Eindringen in fremdes Hoheitsgebiet damit begründen. Es war also ein kluger Schachzug Moskaus und Georgiens Präsident Sakaaschwili hat ihnen durch das vorgehen am 08. August gegen die Stadt Tschinwali das O.K. höchstpersönlich gegeben. Darunter hatte natürlich das georgische Volk zu leiden, nicht der Präsident selbst, denn der besitzt auch noch die Unverfrorenheit (oder Clevernes) das Vorgehen des russischen Militärs dazu zu nutzen seine in letzter Zeit schlechten Umfragewerte (allem Anschein nach war bereits seine Wahl getürkt) aufzubessern und sich als „Volksheld“ feiern zu lassen.

    Ich hoffe das den Georgiern mit der Zeit bewusst wird das der Auslöser für ihr Leid keineswegs in Moskau sitzt sonder in Tiflis und Sie dementsprechend reagieren.

    Georgien ist ein weiteres kleines Land das in die „Mühlen“ der Machtkämpfe von Großmächten gekommen ist. Es wird leider auch nicht das letzte sein doch in absehbarer Zeit wird sich an dieser Tatsache nichts ändern.

    Abschließend möchte ich noch sagen das es meiner Meinung nach ein großer Fehler wäre den NATO-Russland-Rat aufzulösen (bereits die Aussetzung war ein Fehler) denn genau für derartige Krisen wurde er geschaffen. Europa kann Russland nur verändern wenn es auf Russland zugeht, natürlich wird das auch Europa verändern doch vielleicht gar nicht zum Schlechten denn es gibt viel das man voneinander lernen kann. Gute Beziehungen zu den USA sind wichtig, ein annähern an Russland erachte ich allerdings als noch wichtiger.

    - Den ungerechtesten Frieden finde ich immer noch besser
    als den gerechtesten Krieg. -
    (Marcus Tullius Cicero)

    In diesem Sinne

    -Cicero-

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